https://www.fazialis.de/de/gesichtslaehmung/formen/synkinesien/
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Synkinesien werden Bewegungsstörungen genannt, die nach Verletzung des Fazialisnerven durch eine abnorme Heilung der Nervenfasern entstehen. Es kommt zu auffälligen Asymmetrien des Gesichts durch eine unwillkürliche Mitbewegung nicht an der beabsichtigten Bewegung beteiligter Muskeln.

Im Rahmen der Nervenheilung des Fazialisnervens nach Bell-Parese kommt es nicht selten zu einer Fehlverschaltung der Nervenzellen im Rahmen des Heilungsprozesses. Das bedeutet, dass von den durch den Patienten willkürlich richtig angesteuerten Nervenfasern auch falsche Nervenfasern erregt werden und parallel Bewegungen nicht beabsichtigter Muskelgruppen gleichzeitig eingeleitet werden. Bei diesem Patienten kommt es bei einer gewollten Ansteuerung der Mundregion parallel zu einer Anspannung des oberen Anteils des Augenringmuskels links. Die Folge ist eine ungewollte Teilschlussbewegung des Oberlides. Synkinesien sind generell schwer zu therapieren. Abhilfe schaffen kann jedoch die Injektion von kleinen Mengen Botulinumtoxin. Die Wirkung hält jedoch nur vier bis sechs Monate an und kann bei Bedarf auf Wunsch des Patienten beliebig oft wiederholt werden.