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Durch den verminderten Tonus der mimischen Muskulatur kommt es auch zu Veränderungen im Bereich des Nasenkomplexes. Bei vielen Patienten imponiert eine verstrichene "Nasolabialfalte". Die Nasolabialfalte ist eine natürliche Falte, die beidseits neben den Nasenflügeln beginnt und meist seitlich des Mundwinkels endet. Im Laufe des Lebens nimmt sie an Tiefe zu. Durch die verminderte Aktivität der Gesichtsmuskulatur flacht diese zunehmend ab. Manchmal kommt es dabei auch zu einer Verziehung der gesamten Nase.

Diese 57-jährige Fazialisparese-Patientin klagte vor ihrer Operation zusätzlich zu weiteren Beschwerden auch über eine deutlich erschwerte Nasenatmung in der rechten, teilgelähmten Gesichtshälfte. Typischerweise kommt es durch die Muskelerschlaffung zu einem Kollaps des sogenannten inneren Nasenventils, also der Luftpassage im Naseninneren. Durch eine Verjüngung des Luftstroms bei der Atmung durch ein zu enges inneres Nasenventil kommt es infolgedessen zu einem erhöhten Widerstand der Nasenatmung: eine einseitige Nasenbelüftungsstörung entsteht.  Legt man einen Finger auf die Wange direkt neben dem betroffenen Nasenflügel und zieht das Wangengewebe während der Nasenatmung nach außen, öffnet sich das Nasenventil und die Nasenatmung ist erleichtert (positives Cottle-Zeichen). Abhilfe schafft die äußerlich nicht sichtbare Einbringung von Eigengewebe im Sinne einer statischen Aufhängeplastik. Das verwendete Bindegewebe hält das innere Nasenventil konstant offen und erleichtert die Nasenatmung massiv. Die Einbringung von Eigengewebe kann mit der Nervenumlagerung, der Nerventransplantation sowie der Verpflanzung eines funktionierenden Muskels kombiniert werden. Dies wurde auch bei dieser Patientin vorgenommen, die sich nach der Operation über eine deutlich verbesserte Nasenatmung freute.