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Neurektomie

Diese minimal-invasive operative Therapie kommt meist für Patienten mit Synkinesien, spastischen Muskelgruppen oder einer Hyperaktivität von Muskeln auf der nicht-gelähmten Seite in Betracht. Bei der Neurektomie werden kleine Unternervenäste des Fazialisnerven gezielt ausgeschaltet.  Zunächst wird der zu erwartende Erfolg einer selektiven Nervenausschaltung mit einer vorausgehenden Injektion von Botulinumtoxin getestet. Entgegen der "Chemodenervation", also der medikamentösen Ausschaltung der übersteigerten Nervenreizung,  gewährleistet die operative Neurektomie ein dauerhaftes Ergebnis. Sie kann über versteckte Schnitte, z.B. durch die Mundhöhle in Allgmeinanästhesie durchgeführt werden und hinterlässt üblicherweise keine sichtbaren Narben.

Myotomie/Myektomie

Ähnlich der Technik der Neurektomie soll bei der selektiven Myotomie und auch der Myektomie eine gezielte Auschaltung von Muskeluntergruppen erreicht werden. Während bei der Myotomie eine gezielte Durchtrennung des hyperaktiven Muskels durchgeführt wird, hat die Myektomie die vollständige Entfernung des Muskels zum Ziel.

Die Techniken der Neurektomie und Myotomie/Myektomie haben gemeinsam eine deutlich verbesserte Symmetrie der Gesichtshälften zum Ziel. Adressiert werden Muskeluntergruppen, auf die zugunsten von funktionell wesentlich wichtigeren Gegenspielern (Antagonisten) verzichtet werden kann. Wird beispielsweise die bei Fazialisparesepatienten häufig hyperaktive mundwinkelsenkende Muskulatur gezielt geschwächt oder ausgeschaltet, so wird eine gewünschte Mundwinkel- und Oberlippenhebung deutlich erleichtert.


Quelle:
Garcia R, Contemporary Solutions for the Treatment of Facial Nerve Paralysis Plast. Reconstr. Surg. 135: 1025e, 2015