https://www.fazialis.de/de/behandlung/operative/dynamisch/nervenumlagerungen-und-nerventransplantation/wiedherstellung-augenschluss-und-blinzelreflex/
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Ist der Augenringmuskel (M. orbicularis oculi) mitbetroffen hat dies für den Patienten schwere Folgen, da ein vollständiger Lidschluss nicht mehr möglich ist. Der Blinzelreflex (Fazialisnerv -> Physiologie) ist jedoch notwendig um das Auge adäquat zu schützen. Durch die fehlende Benetzung mit Tränenflüssigkeit kann die Hornhaut außerdem austrocknen, was die Sehkraft nachhaltig schädigen kann [1]. Eine weitere unangenehme Folge können rezidivierende Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) sein. Bezüglich der Augenlider führt der Tonusverlust des M. orbicularis oculi, besonders bei älteren Patienten zu einem Aufklappen des Unter - (Ectropium paralyticum) und Oberlids (Floppy eyelid syndrom) [2]. Dies begünstigt weiterhin Bindehautentzündungen und Hornhautschädigungen. Die Laxizität der Lider kann, bei intakter Tränendrüse zu einem ungerichtetem Tränenfluss führen, wobei die Tränenflüssigkeit am äußeren Augenwinkel herunter tropft.
 
Bei Auftreten einer Fazialisparese gilt es daher das Auge sofort zu schützen. In der akuten Phase sind Augentropfen und Uhrglasverbände initiiert. Persistiert die Parese länger sind Operationen (in weiteren Unterpunkten erklärt) von Nöten um das Auge bestmöglich zu schützen [3].


Quellen:
[1] McMonnies CW. Incomplete blinking: exposure keratopathy, lid wiper epitheliopathy, dry eye, refractive surgery, and dry contact lenses. Cont Lens Anterior Eye 2007; 30(1):37–51.
[2] Culbertson WW, Ostler HB. The floppy eyelid syndrome. Am J Ophthalmol 1981; 92(4):568–75.
[3] Terzis JK, Karypidis D. Blink restoration in adult facial paralysis. Plast Reconstr Surg 2010; 126(1):126–39.