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Neuformung einer Nasolabialfalte

Als Nasolabialfalte („Nasenlippenfurche“; von lat. nasus „Nase“ und labium „Lippe“) wird jene Weichteilvertiefung bezeichnet, die beidseits vom oberen Ende der Nasenflügel neben die Mundwinkel zieht und mit zu den besonderen Kennzeichen des Gesichts gehört. Form, Tiefe und Länge der Nasolabialfalte werden durch die Gesichtsmuskulatur, das unterschiedliche Ausmaß des vorhandenen Unterhautfettgewebes und das Alter bestimmt [1].

Eine wesentliche Bedeutung für die Symmetrie nehmen die Nasolabialfalten ein. Fehlt sie auf einer Seite, wie häufig bei der schlaffen Gesichtslähmung zu erkennen, resultiert eine recht auffällige Störung der Mittelgesichtssymmetrie. Man spricht von einer verstrichenen Nasolabialfalte, wenn diese gänzlich fehlt. Sie kann durch verschiedene plastisch-chirurgische Techniken wiederhergestellt werden. Im Idealfall lässt sie sich, quasi „natürlich“, durch eine Neueinbringung von Muskulatur (Muskeltransplantation oder Muskelumlagerung) durch die neu gewonnene unterliegenden Muskelaktivität wiederherstellen. Ist dies nicht möglich, so lässt sie sich mit präzise eingebrachten statischen Aufhängeplastiken rekonstruieren. Häufig wird hierzu zusätzlich eine Schnittführung in der Haut mit spezieller Nahttechnik verwendet.

Dieser 71-jährige Patient mit chronischer Gesichtslähmung erhielt einen Temporales-Transfer (Muskelersatzplastik) mitsamt einer Neuformung der rechten Nasolabialfalte. Die Ruhesymmetrie hat sich durch die Neupositionierung der rechten Mundwinkels und der Neuformung der für die Symmetrie wichtigen Nasenlippenfurche deutlich verbessert. 

Diese Patientin stellte sich 25 Jahre nach erlittener Fazialisparese durch eine Felsenbeinfraktur vor. Sämtliche Vorbehandelt hatten ihr vermittelt, dass sie sich mit ihrer Lähmung abfinden müsse, da es keine Therapiemöglichkeiten gäbe… Sie klagte über eine deutliche Gesichtsfeldeinschränkung nach außen, regelmässige Bindehautentzündungen, eine massive orale Inkontinenz und ein verwaschenes Sprachbild. Des weiteren würde sie sich immer wieder die Schleimhaut des schlaffen Wangengewebes unbeabsichtigt aufbeißen, beim Kauprozess verblieben regelmässig Speisereste in der „Wangentasche“, die sie mit dem Finger hervorholen müsse. Es wurde ein dreistufiges Rekonstruktionsschema durchgeführt, welches eine Labbe-Operation (Temporalismuskel-Ersatzplastik) mit Neubildung einer Nasolabialfalte, eine Einbringung eines Platingewichtes in das Oberlid in versteckter Position, eine Korrektur des Unterlidektropiums, eine Korrektur der andernorts durchgeführten Tarsoraphie an den äußeren Lidern sowie eine Brauenanhebung umfasste. Sämtliche Symptome konnten entweder behoben oder deutlich verbessert werden. Die Patientin berichtet z.B., daß ihr das Trinken deutlich leichter falle, da sie ihren Mundwinkel viel besser kontrollieren könne. Sie traue sich dies nun auch wieder in Gesellschaft zu, da sie nun dadurch nicht mehr konstant ihre Oberbekleidung verschmutze. Derzeit wird noch ein Fettttransfer geplant um die noch volumengeminderten Lippen noch „wasserdichter“ zu bekommen.